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Mal ganz persönlich: Interview mit Lars von Danwitz, Sustainability Analyst bei der ÖKOWORLD

Lars von Danwitz (L) wurde interviewt von Marketingmitarbeiterin Tanja Dillenberger (T)

Lars von Danwitz, Sustainability Analyst bei der ÖKOWORLD

Tanja Dillenberger, Marketingmitarbeiterin

T: Welche Person, die eine Rolle in deinem Leben spielt, sollte ich fragen, wer du eigentlich bist und was würde diese Person antworten?

Meine Freundin würde sagen, dass ich eine lebensfrohe Person bin, die immer Lust hat, neue Menschen kennenzulernen und Dinge auszuprobieren. Zudem würde sie wohl sagen, dass ich versuche, mich ständig zu reflektieren und über Begegnungen und mein eigenes Handeln nachzudenken. In ihren Augen möchte ich aus allem das Beste herausholen und bin dabei auch häufiger sehr perfektionistisch.

Mein Bruder würde wohl sagen, dass ich ein totaler Öko bin, der ein bisschen zu genau hinguckt, um die Umwelt möglichst wenig zu belasten.
 

T: Worauf kannst du nicht verzichten?

Ich kann schwer auf Sport (Laufen, Wandern, Bouldern), leckeres Essen und einen geselligen Spieleabend verzichten.
 

T: Wobei vergisst du die Zeit?

Bei Hüttentouren in den Alpen, am liebsten im Karwendelgebirge.
 

T: Wofür bist du besonders dankbar?

Ich bin besonders dankbar dafür, dass es meiner Familie, meinen Freund*innen und mir gesundheitlich weitestgehend gut geht. Außerdem bin ich dankbar dafür, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben, in dem ich mich frei ausdrücken kann.
 

T: Was empört dich?

Achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, durch SUVs zugeparkte Straßen, die Vormachtstellungen der Autos in Städten, Steingärten … und Verschwörungserzählungen.
 

T: Wann und warum wurde Nachhaltigkeit ein Thema für dich?

Mit dem Thema Nachhaltigkeit wurde ich schon sehr früh konfrontiert, auch wenn der Begriff nie aufkam. Mein Vater ist ein Sparfuchs, und deswegen wurde schon in meiner Kindheit jedes elektronische Gerät repariert anstatt weggeworfen und Regenwasser zum Waschen gesammelt. Das erste Mal aktiv auch mit dem Begriff Nachhaltigkeit habe ich mich dann im Rahmen meines Ehrenamts bei einer Austauschorganisation beschäftigt. Mich hat es fasziniert, wie meine Freund*innen dort sich für die Umwelt eingesetzt haben und dies auch im Privaten, z. B. durch einen vegetarisch/veganen Lebensstil, umgesetzt haben.
 

T: Hast du einen Tipp für jemanden, der anfangen will, sein Leben nachhaltiger und bewusster zu gestalten?

Mein Tipp wäre, es einfach mal langsam angehen zu lassen und zu überlegen, welche Bereiche des Lebens die Person nachhaltiger gestalten könnte. Es gibt sehr viele sehr einfache Möglichkeiten. Zum Beispiel lässt sich Kleidung auch prima über Secondhandmärkte (online und offline) kaufen (hier ist die Auswahl unendlich groß), die Wasch- bzw. Spülmaschine funktioniert im Eco-Programm genauso gut und Recyclingklopapier erfüllt denselben Zweck wie dasjenige mit frischem Zellstoff.

Der zweite Schritt könnte dann sein, den Konsum stärker nach dem Motto „Weniger ist mehr“ auszurichten. Dazu gehört, sich bei jeder Kaufentscheidung zu fragen; „Brauch ich das wirklich?“. Das kann in meinen Augen auch das Lebensgefühl steigern, denn was ich nicht gekauft habe, kann später auch nicht in meiner Wohnung rumfliegen und beim Aufräumen im Weg sein.
 

T: Was fehlt unserer Gesellschaft?

Es mangelt unserer Gesellschaft daran, an andere zu denken und ein gutes Leben für alle Menschen möglich zu machen. In meinen Augen streben die Menschen in unserer Gesellschaft nach dem eigenen Vorteil und beachten nicht die Auswirkungen auf andere. Es sollte viel mehr gemacht werden um sicherzustellen, dass alle Menschen dieselben Chancen haben. Es ist traurig, dass manche Kinder nicht am Homeschooling teilnehmen können, weil die Familie keinen Laptop hat. Zudem bedarf es mehr Sensibilität für Machtstrukturen in unserer Gesellschaft und systematische Diskriminierung, im Besonderen Rassismus und Sexismus.
 

T: Was sollte es vermehrt geben?

Wer sich rücksichtslos verhält, sollte dafür auch verantwortlich gemacht werden, zum Beispiel Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in ihrer Lieferkette billigend in Kauf nehmen oder nicht gut genug hinschauen. Es sollte zudem einfacher für jede Person sein, sich ökologisch und sozial zu verhalten. Wie kann es sein, dass Bahnfahren teilweise teurer als Fliegen ist? Warum muss ich mich im Supermarkt zwischen der Bio Gurke in Plastik und einer unverpackten konventionellen entscheiden? Es ärgert mich, dass es jedes Mal ein Kampf ist, bei der Bäckerei mein Brötchen in meinen selbst mitgebrachten Stoffbeutel zu bekommen. Das bedarf ein Umdenken in der Politik; weg von den Interessen großer veralteter Konzerne hin zum Interesse der Menschen, die in heutigen und zukünftigen Generationen leben.