Altersvorsorgedepot 2027

Was ist das?

Die neuen staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland

Stand: 5. Juni 2026. Die Reform ist politisch beschlossen (Kabinett am 17. Dezember 2025, Bundestag am 27. März 2026, Bundesrat am 8. Mai 2026). Die Reform trat Ende Mai 2026 in Kraft. Die neuen Produkte sollen ab 1. Januar 2027 verfügbar sein.

Zusammenfassung

Deutschland stellt die steuerlich geförderte private Altersvorsorge ab 2027 neu auf. Der Kern ist das Altersvorsorgedepot: ein staatlich geförderter Vorsorgevertrag, bei dem Bürgerinnen und Bürger stärker in Kapitalmarktanlagen wie Fonds und ETFs und auch in nachhaltige Strategien investieren können. Damit wird die bisherige Riester-Logik nicht einfach fortgeführt, sondern deutlich verändert: weniger starre Garantien, mehr Kapitalmarktnähe, mehr Flexibilität in der Auszahlung und eine einfachere Förderung.

Der wichtigste Unterschied zur alten Riester-Rente ist: Beim neuen Altersvorsorgedepot muss es keine 100-Prozent-Beitragsgarantie geben. Das ist entscheidend, weil Garantien zwar Sicherheit versprechen, aber langfristig Rendite kosten können. Wer Sicherheit möchte, kann weiterhin Garantieprodukte wählen; wer mehr Renditechancen möchte, kann ein Depot ohne Garantie nutzen. Und hier werden auch nachhaltige Kapitalanlagen für Anlegerinnen und Anleger zugänglich.

Die Förderung wird einfacher: Für Einzahlungen bis 360 Euro pro Jahr soll es 50 Cent Zuschuss pro eingezahltem Euro geben. Für weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 Euro pro Jahr gibt es 25 Cent pro Euro. Daraus ergibt sich eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr. Zusätzlich bleibt die Kinderzulage wichtig: Familien sollen die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr bereits bei einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro erhalten. Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, erhält einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus.

Besonders profitieren können drei Gruppen: Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, Familien mit Kindern und künftig auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende. Gerade die Öffnung für Selbstständige ist ein großer Systemwechsel gegenüber Riester.

Bestehende Riester-Verträge werden nicht automatisch beendet. Sie können weitergeführt werden. Ab 2027 können aber keine neuen Verträge mehr nach altem Riester-Modell abgeschlossen werden. Ein Wechsel in das neue System oder eine Übertragung in ein Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich möglich, kann aber Kosten und steuerliche Detailfragen auslösen.

1. Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neuer staatlich geförderter Vorsorgevertrag. Es ist kein normales freies Wertpapierdepot, sondern ein zertifiziertes Altersvorsorgeprodukt mit bestimmten Regeln. Der Staat fördert Einzahlungen, dafür ist das Geld grundsätzlich für die Altersvorsorge gedacht und nicht für beliebige kurzfristige Entnahmen.

Einfach gesagt:

Man spart langfristig fürs Alter, bekommt staatliche Förderung und kann das Geld stärker kapitalmarktnah anlegen – zum Beispiel über Fonds oder ETFs.

Im Altersvorsorgedepot sollen Bürgerinnen und Bürger mit Aktienfonds, Fonds und ETFs für das Alter sparen können. Der Bundestag beschreibt genau diesen Punkt als Kern der Reform. Gerade nachhaltige Fonds und ETFs bieten hier zusätzlich die Möglichkeit, das Sparen auch mit den persönlichen Werten in Einklang zu bringen.

Wichtig: Einzelaktien, Kryptowährungen, Zertifikate und sehr spekulative Produkte sollen nach derzeitigem Informationsstand nicht im Altersvorsorgedepot erlaubt sein. Finanztip beschreibt, dass voraussichtlich Fonds bestimmter Risikoklassen sowie Anleihen öffentlicher Emittenten zulässig sein sollen.

2. Warum wird das System geändert?

Die alte Riester-Rente hatte mehrere Probleme:

Erstens war sie für viele Menschen schwer verständlich. Zweitens waren viele Produkte teuer. Drittens führte die Pflicht zur Beitragsgarantie dazu, dass Anbieter oft konservativ investieren mussten. Das konnte die Renditechancen stark begrenzen. Viertens war der Kreis der Förderberechtigten eingeschränkt; viele Selbstständige waren nicht direkt förderberechtigt.

Die Bundesregierung begründet die Reform damit, dass die private Altersvorsorge wieder attraktiver werden soll. Sie soll flexibler, renditestärker und kostengünstiger werden.

3. Die wichtigsten Neuerungen ab 2027

1

Altersvorsorgedepot ohne Garantie

Neu ist eine Produktkategorie ohne Garantievorgaben. Das bedeutet: Es muss nicht garantiert werden, dass am Ende mindestens alle eingezahlten Beiträge erhalten bleiben. Dafür kann stärker in Aktienfonds und ETFs investiert werden. Das erhöht die Renditechance, erhöht aber auch die Schwankungen.

2

Garantieprodukte bleiben möglich

Wer Sicherheit wichtiger findet als Renditechance, kann weiterhin Garantieprodukte wählen. Vorgesehen sind Garantieprodukte mit 80 Prozent oder 100 Prozent Garantie der gezahlten Beiträge.

3

Standardprodukt mit Kostendeckel

Jeder Anbieter soll ein einfaches Standardprodukt anbieten oder auf ein Standardprodukt eines Kooperationspartners verweisen. Die Bundesregierung nennt dafür einen Kostendeckel von 1,0 Prozent p.a. beim Standarddepot.

Das ist wichtig, weil Kosten bei langfristiger Altersvorsorge eine enorme Wirkung haben. Ein Prozentpunkt mehr Kosten pro Jahr kann über 30 oder 40 Jahre mehrere zehntausend Euro Unterschied bedeuten.

4

Einfachere Förderung

Die alte Riester-Förderung war komplex, weil der volle Förderanspruch unter anderem vom Vorjahreseinkommen, Zulagen und Mindesteigenbeitrag abhing. Die neue Förderung ist stärker beitragsproportional: Wer einzahlt, erhält pro eingezahltem Euro einen staatlichen Zuschuss bis zu bestimmten Grenzen.

5

Mehr Flexibilität in der Auszahlung

In der Auszahlungsphase soll künftig nicht nur eine lebenslange Rente möglich sein, sondern auch ein langfristiger Auszahlungsplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft.

Das ist ein wichtiger Unterschied zur bisherigen Riester-Welt, in der Verrentung und Garantielogik eine große Rolle spielten.

4. Wer hat welchen Nutzen?

ZielgruppeBenefitWarum das wichtig ist
Arbeitnehmerinnen und ArbeitnehmerStaatliche Zulagen, Kapitalmarktrendite, einfacheres ModellBesserer Zugang zu gefördertem ETF-/Fonds-Sparen
Menschen mit kleinen und mittleren EinkommenHohe Förderquote auf kleine EinzahlungenSchon kleine Sparbeiträge werden stark bezuschusst
Familien mit KindernKinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr bei 25 Euro MonatsbeitragBesonders attraktiv, wenn mehrere Kinder vorhanden sind
Junge BerufseinsteigerEinmalig 200 Euro Bonus bei Abschluss vor dem 25. GeburtstagFrüher Start wird belohnt
Selbstständige, Freiberufler, GewerbetreibendeNeuer Zugang zur FörderungGroßer Unterschied zur alten Riester-Förderung
Menschen mit KapitalmarkterfahrungMöglichkeit eines Depots ohne GarantieMehr Renditechancen durch Fonds/ETFs
Sicherheitsorientierte SparerGarantieprodukte bleiben möglichKein Zwang zum vollen Kapitalmarktrisiko
Bestehende Riester-KundenBestandsschutz und WechseloptionenKein automatischer Verlust bestehender Verträge

5. Wie hoch ist die Förderung?

Nach aktueller Regierungsdarstellung:

Eigene Einzahlung pro JahrFörderung
Bis 360 Euro50 Cent Zuschuss je 1 Euro Eigenbeitrag
360 bis 1.800 Euro25 Cent Zuschuss je 1 Euro zusätzlichem Eigenbeitrag
Maximale Grundzulage540 Euro pro Jahr
Kinderzulage300 Euro pro Kind und Jahr
Berufseinsteigerbonus200 Euro einmalig bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag

Quelle für die aktuellen Zahlen ist die Bundesregierung mit Stand 1. Juni 2026.

Ein einfaches Beispiel:

Eine Person zahlt 360 Euro pro Jahr ein, also 30 Euro pro Monat. Der Staat gibt 180 Euro dazu. Insgesamt fließen 540 Euro in den Vertrag.

Eine Person zahlt 1.800 Euro pro Jahr ein. Der Staat gibt maximal 540 Euro Grundzulage dazu. Insgesamt fließen 2.340 Euro in den Vertrag, ohne mögliche Kinderzulagen.

6. Unterschied zu Riester

Die Riester-Rente war seit 2002 die zentrale staatlich geförderte private Altersvorsorge. Sie bot Zulagen und steuerliche Vorteile, war aber stark reguliert. Die volle Förderung hing typischerweise davon ab, dass vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, abzüglich Zulagen, eingezahlt wurden; die Grundzulage betrug zuletzt 175 Euro, die Kinderzulage meist 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder.

Der Unterschied in einfachen Worten:

PunktRiester bisherAltersvorsorgedepot ab 2027
ProduktlogikVersicherung, Banksparplan, Fondssparplan, Wohn-RiesterDepot-/Fonds-/ETF-orientierter Vorsorgevertrag
GarantieHäufig 100-Prozent-Beitragsgarantie zentralDepot ohne Garantie möglich; Garantieprodukte optional
FörderungGrundzulage 175 Euro, komplexer MindesteigenbeitragBeitragsproportionale Förderung bis 540 Euro Grundzulage
SelbstständigeViele nicht direkt förderberechtigtKünftig einbezogen
RenditechanceDurch Garantien oft begrenztHöhere Renditechance durch Kapitalmarktnähe
AuszahlungStark verrentungsorientiertLebenslange Rente oder Auszahlungsplan bis mindestens 85
Neue AbschlüsseBis Ende 2026 möglichAb 2027 keine neuen Alt-Riester-Verträge mehr

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter. Es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung.

7. Unterschied zu Rürup / Basisrente

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ist vor allem ein steuerliches Vorsorgeinstrument. Sie ist besonders für Selbstständige und gut verdienende Personen interessant, weil Beiträge steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Eine staatliche Zulage wie bei Riester gibt es bei der Basisrente nicht.

Der wichtigste Unterschied:

PunktRürup / BasisrenteAltersvorsorgedepot
FörderungSteuerliche Absetzbarkeit der BeiträgeZulagen und Sonderausgabenabzug
ZielgruppeBesonders Selbstständige und GutverdienerBreiter: Arbeitnehmer, Familien, Selbstständige
AuszahlungLebenslange Rente, kein normales KapitalwahlrechtLebenslange Rente oder Auszahlungsplan bis mindestens 85
FlexibilitätEher geringHöher
VererbbarkeitStark eingeschränkt, nur mit ZusatzregelungenBei Auszahlungsplan ist noch nicht ausgezahltes Vermögen grundsätzlich vererbbar, Förderung kann aber zurückzuzahlen sein
KapitalmarktnäheMöglich über fondsgebundene Produkte, oft VersicherungsmantelDepotlogik stärker im Zentrum

Die Basisrente bleibt ein anderes Produkt in einer anderen Vorsorgeschicht. Das Altersvorsorgedepot ersetzt nicht Rürup, sondern vor allem die Riester-Welt.

8. Wer kann den Benefit erhalten?

Nach der Reform sollen neben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende staatliche Förderung nutzen können.

Praktisch bedeutet das:

  • Ab 2027 muss ein zertifizierter Altersvorsorgevertrag abgeschlossen werden.
  • Der Vertrag kann als Altersvorsorgedepot oder als Garantieprodukt ausgestaltet sein.
  • Die Förderung gibt es für Eigenbeiträge bis zur Fördergrenze.
  • Kinderzulagen gibt es, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Steuerliche Vorteile können über die Einkommensteuererklärung relevant werden.
  • Bestehende Riester-Verträge können weiterlaufen oder unter bestimmten Bedingungen in das neue System überführt werden.

Wichtig: Ein normales ETF-Depot bei einem Broker wird nicht automatisch zum geförderten Altersvorsorgedepot. Es muss ein förderfähiger, zertifizierter Altersvorsorgevertrag sein.

9. Chancen des Altersvorsorgedepots

Die größte Chance ist die Kombination aus staatlicher Förderung und langfristiger Kapitalmarktrendite. Wer 20, 30 oder 40 Jahre investiert, kann von der Produktivkraft der Weltwirtschaft profitieren. Genau deshalb ist der Verzicht auf eine starre 100-Prozent-Garantie so relevant: Mehr Geld kann langfristig investiert bleiben.

Weitere Chancen:

  • einfachere Förderung
  • bessere Vergleichbarkeit durch standardisierte Produktinformationen
  • Kostendruck durch Standardprodukt
  • mehr Wettbewerb durch Banken, Fondsgesellschaften, Versicherer, Depotanbieter und Neobroker
  • bessere Einbindung von Selbstständigen
  • flexiblere Auszahlung
  • Möglichkeit, Altersvorsorge und Eigenheimförderung weiter zu verbinden, sofern der Anbieter diese Option vorsieht

10. Risiken und offene Punkte

Das Altersvorsorgedepot ist kein risikofreies Produkt. Wer ohne Garantie in Fonds und ETFs investiert, muss Schwankungen aushalten. In schlechten Marktphasen kann der Depotwert vorübergehend deutlich fallen.

Die wichtigsten Risiken:

  • Marktrisiko bei Fonds und ETFs
  • Kostenrisiko bei teuren Produkten außerhalb des Standarddepots
  • Beratungs- und Vertriebsrisiko durch mögliche Verkaufswellen
  • Komplexität beim Wechsel aus Alt-Riester-Verträgen
  • Steuerliche Rückzahlungsfragen bei Tod, Erbschaft oder schädlicher Verwendung
  • Unklarheiten, bis konkrete Anbieterprodukte ab 2027 am Markt sind

Die Verbraucherzentralen warnen bereits vor einer möglichen Verkaufswelle neuer Verträge und raten dazu, Kosten, Vertragsbedingungen und Produktstruktur genau zu prüfen.

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten

Ja, nach aktuellem Stand ist die Reform beschlossen. Bundestag und Bundesrat haben zugestimmt. Die neuen Produkte sollen ab 1. Januar 2027 verfügbar sein.

Für neue Verträge ja: Ab 2027 können keine neuen Verträge mehr nach altem Riester-Modell abgeschlossen werden. Bestehende Riester-Verträge laufen aber weiter. Es gibt keine automatische Kündigung oder Zwangsumwandlung.

Nein. Bestehende Verträge haben Bestandsschutz. Man kann sie weiterführen. Ein Wechsel in das neue System kann möglich sein, sollte aber sorgfältig geprüft werden, weil Kosten, Garantien, bisherige Förderung und Vertragsbedingungen eine Rolle spielen.

Nach aktueller Darstellung: Bis 360 Euro eigener Einzahlung pro Jahr gibt es 50 Cent pro Euro. Für weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 Euro pro Jahr gibt es 25 Cent pro Euro. Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr.

Ja. Familien profitieren besonders durch die Kinderzulage. Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr soll künftig bereits bei einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro gewährt werden.Ja. Das ist eine der wichtigsten Neuerungen. Künftig sollen auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende von der staatlichen Förderung profitieren können.

Ja. Das ist eine der wichtigsten Neuerungen. Künftig sollen auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende von der staatlichen Förderung profitieren können.

Es kommt auf die Produktvariante an. Ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie bietet höhere Renditechancen, aber auch Wertschwankungen. Wer mehr Sicherheit möchte, kann Garantieprodukte mit 80 Prozent oder 100 Prozent Garantie wählen.

Nicht im Sinne einer automatischen Förderung. Gefördert werden Eigenbeiträge auf ein Altersvorsorgedepot innerhalb der Vertragsregeln und Fördergrenzen. Ein bestehender Riester-Vertrag kann auf ein Altersvorsorgedepot übertragen werden; ein normales ETF-Depot ist aber nicht automatisch förderfähig.

Voraussichtlich gibt es zwei Hauptoptionen: eine lebenslange Rente oder einen befristeten Auszahlungsplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft.

Besonders interessant ist das Altersvorsorgedepot für Menschen, die langfristig sparen, staatliche Förderung nutzen und Kapitalmarktrenditen erschließen wollen. Sehr attraktiv kann es für Familien, junge Sparer, Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Selbstständige sein. Wer absolute Sicherheit will oder das Geld kurzfristig braucht, sollte vorsichtig sein und eher Garantievarianten oder andere Vorsorgebausteine prüfen.

Auf einen Blick

Das Altersvorsorgedepot ist ein echter Systemwechsel. Die private Altersvorsorge wird stärker vom Versicherungs- und Garantiedenken in Richtung Kapitalmarkt geöffnet und damit wird auch nachhaltiges Investieren möglich. Das kann langfristig bessere Ergebnisse bringen, wenn Kosten niedrig bleiben, Produkte verständlich sind und die Auswirkung von Marktschwankungen Sparerinnen und Sparer klar erklärt werden.

Die wichtigste Botschaft lautet:

Das Altersvorsorgedepot ist weder „besseres Tagesgeld" und noch risikofreier Staatsvertrag. Es ist ein langfristiges, staatlich gefördertes Kapitalmarktinstrument für die Altersvorsorge.

Für die Praxis wird entscheidend sein, welche Anbieter ab 2027 wirklich gute, günstige und transparente Produkte anbieten. Auch nachhaltige Produkte werden hier eine entscheidende Rolle spielen, da Geld langfristig mehr bewirken kann als reine Altersvorsorge.

Bis dahin sollten bestehende Riester-Kunden nichts überstürzt kündigen, sondern Altvertrag, Kosten, Garantien, Zulagenhistorie und Wechselbedingungen sauber prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Nachhaltiges Investieren bedeutet, Kapital nicht nur nach finanziellen Kriterien anzulegen, sondern zusätzlich zu prüfen, welche ökologischen und sozialen Auswirkungen mit einer Anlage verbunden sind. Anlegerinnen und Anleger fragen also zum einen „Welche Rendite kann ich erwarten?“ und zum anderen „Was finanziert eigentlich mein Geld?“

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Nein, nachhaltiges Investieren bedeutet nicht, auf Rendite zu verzichten. Nachhaltige Fonds und Anlagen sind keine eigene Anlageklasse mit einem eingebauten Renditenachteil. Sie investieren – je nach Produkt – ebenfalls in Aktien, Anleihen, Mischportfolios, Immobilien, Infrastruktur oder andere Anlageformen. Deshalb hängen Rendite und Risiko auch bei nachhaltigen Anlagen vor allem von klassischen Faktoren ab: Anlageklasse, Kosten, Streuung, Laufzeit, Marktumfeld, Managementqualität und Risikoprofil.

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Greenwashing bedeutet: Ein Finanzprodukt wirkt in Werbung, Name oder Darstellung nachhaltiger, als es tatsächlich ist. Für Anleger ist das ein ernstes Problem, weil sie ihre Anlageentscheidung häufig nicht nur aus Renditegründen treffen, sondern auch aus Überzeugung.
Für Anleger lautet die wichtigste Regel daher: Nachhaltigkeit muss konkret, prüfbar und nachvollziehbar sein. Je allgemeiner die Aussage, desto genauer sollte nachgefragt werden.

Ja, nachhaltige Geldanlage entfaltet Wirkung – aber nicht jede als nachhaltig beworbene Anlage bewirkt automatisch etwas in der realen Welt. Entscheidend ist, welche Art von Produkt gewählt wird, welche Nachhaltigkeits- und Engagementstrategie umgesetzt wird und wie transparent der Anbieter über Ziele, Methoden, Grenzen und Ergebnisse berichtet.

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