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Mal ganz persönlich: Interview mit Manuel Voßwinkel, Sustainability Analyst der ÖKOWORLD

Manuel Voßwinkel (M) wurde interviewt von Marketingmitarbeiterin Tanja Dillenberger (T)

Manuel Voßwinkel, Sustainability Analyst der ÖKOWORLD

Tanja Dillenberger, Marketingmitarbeiterin

T: Welche Person, die eine Rolle in deinem Leben spielt, sollte ich fragen, wer du eigentlich bist - und was würde diese Person antworten?

M: Ein Freund aus dem Studium hat mich mal - ganz treffend wie ich finde - einen „Überzeugungstäter“ genannt. Was er damit meinte ist, dass ich für meine Überzeugungen einstehe und dabei selten halbe Sachen mache. Meine Familie würde mich vermutlich als zielstrebige, disziplinierte, optimistische und als bedacht und überlegt handelnde Person beschreiben.

T: Wann und warum wurde Nachhaltigkeit ein Thema für dich?

M: Das Thema war praktisch von Anfang an präsent. Ich bin sehr naturnah in einem - wenn man so möchte - „Öko-Haushalt“ aufgewachsen. Mit Gemüse aus dem eigenen Garten, gebrauchten Anziehsachen und viel Zeit draußen mit meinen Geschwistern in der Natur. Mit 17 Jahren habe ich dann im Kino den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ des Klimaschützers Al Gore gesehen. Die Dokumentation über die Auswirkungen und Gefahren des menschengemachten Klimawandels hat mich „nachhaltig“ beeindruckt. Ich habe mich daraufhin in einer Hausarbeit tiefgehender mit den wissenschaftlichen Grundlagen zum Klimawandel beschäftigt und beschlossen, mich auch im Studium und im Beruf mit der Frage nach einer zukunftsfähigeren Gesellschaft auseinanderzusetzen. Dass ich das nun hier in der Ökoworld machen kann, die dieser grundlegenden Frage seit Jahrzehnten nachgeht, ist für mich ein „Glücksgriff“.

T: Was fehlt unserer Gesellschaft?

M: Die Bereitschaft, in den Diskurs mit den grundlegenden Fragen unserer Gesellschaft zu gehen. Ich habe den Eindruck, dass wir - getrieben auch durch die sozialen Medien und Boulevardzeitungen - sehr schnell, teilweise hysterisch und oft „vorgefertigt“ auf das Geschehen und die Flut an Informationen reagieren (wollen). Meinungen und Ansichten tendieren dadurch zunehmend ins Extreme und es entsteht viel Unruhe und Unverständnis über- und vor allem gegeneinander. Was mir fehlt ist, dass wir einander mehr zuhören und uns auch mal mit den gegenteiligen Positionen auseinandersetzen. Denn für jede Seite gibt es meist gute (und auch weniger gute) Argumente - und oft steckt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

T: Worauf kannst du nicht verzichten?

M: Auf Sport! Ich spiele leidenschaftlich gerne Badminton und gehe dabei oft und gerne an meine körperlichen Grenzen. Sport hilft mir dabei, gedanklich mal „abzuschalten“ und gelassener mit dem Alltag und seinen Aufgaben und Herausforderungen umzugehen.

T: Wofür bist du besonders dankbar?

M: Ich versuche generell, dankbar für das zu sein was ich habe. Ich bin dankbar in einem Land zu leben, in dem man seine Meinung frei sagen kann, in dem man sicher vor willkürlichen Entscheidungen ist und welches es einem ermöglicht, sich frei zu entfalten.

T: Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?

M. Ich würde den Menschen gerne die Angst vor der Veränderung nehmen. Wir leben in einer sich rasant wandelnden Zeit, die neue Herausforderungen an uns stellt und in Zukunft noch stellen wird. Insbesondere die Klimakrise erfordert es, dass wir den Mut aufbringen, Gewohntes und Bekanntes kritisch zu hinterfragen, um Veränderungen zulassen zu können.

T: Warum hast du dich entschieden, für die ÖKOWORLD zu arbeiten?

M: Dass unser Wirtschaftssystem in vielen Bereichen nicht ökologisch und sozial zukunftsfähig ist, stellen eigentlich nicht (mehr) viele infrage. Auf die Frage, wie das Wirtschaftssystem so umgestaltet werden kann, dass wir keine drei (!) sondern einen Planeten benötigen, um unseren Lebensstil zu „finanzieren“, gibt es für mich bislang jedoch keine befriedigenden Antworten. Die Ökoworld versucht seit langem genau das, nämlich unseren Kunden - und damit auch mir - Antworten zu geben, wie eine zukunftsfähige Wirtschaft aussehen kann und wie die Unternehmen in ihr zu handeln haben. In dieser „Auseinandersetzung“ mitzuwirken, hat mich gereizt!

T: Was motiviert dich dazu, täglich ins Büro zu kommen?

M: Als Nachhaltigkeitsanalyst bewerten mein Team und ich Unternehmen, deren Aktien erst dann in unsere Fonds kommen, wenn wir „grünes Licht“ gegeben haben. Dabei richten wir unsere Analyse strikt an den Nachhaltigkeitskriterien der Ökoworld aus. Diesen tiefgreifenden Ansatz lebendig zu halten und ihn mit den technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie den wissenschaftlichen Erkenntnissen abzugleichen und anzupassen, motiviert mich.