Quartalsbericht Portfoliomanagement 2. Quartal 2025

Rückblick in das zweite Quartal
Zu Beginn des zweiten Quartals verschärfte sich der Handelskonflikt deutlich. US-Präsident Donald Trump verkündete am 2. April in einer öffentlichkeitswirksam inszenierten Pressekonferenz Zölle gegenüber US- Handelspartnern. Es wurden Zölle in Höhe von 10 % auf nahezu alle Importe in die USA, 20 % auf Importe aus der EU sowie höhere Zölle auf Importe ausgewählter asiatischer Länder wie China und Vietnam angekündigt. Den betroffenen Volkswirtschaften wurde eine Frist von 90 Tagen gesetzt in denen sie einen Deal mit der USA schließen könnten. Im weiteren Verlauf wurde die Frist auf den 9. Juli gelegt. Ende des zweiten Quartals zeigten sich Fortschritte in den Verhandlungen. Großbritannien konnte Anfang Mai eine bilaterale Einigung mit den USA erzielen, die als Modell für weitere Abkommen dienen sollte. Die Gespräche mit China führten zu einem Teilabkommen, das Ende Juni unterzeichnet wurde. Die zuvor angekündigten Zölle auf chinesische Importe wurden zunächst für 90 Tage ausgesetzt und zu einem späteren Zeitpunkt reduziert. Eine Einigung mit Indien und der EU stand Ende des zweiten Quartals noch aus, wurde jedoch als wahrscheinlich gesehen. Der eskalierende Handelskonflikt führte zu starker Volatilität zu Beginn des Quartals bedingt durch die Planungsunsicherheit der Unternehmen und die möglichen Folgen für die globalen Lieferketten. Die Reaktion der Finanzmärkte war deutlich negativ. Die Stimmung der Investoren erreichte zu Quartalsbeginn einen Tiefpunkt. Im weiteren Verlauf des Quartals verbesserte sich das Marktumfeld aufgrund der erzielten und erwarteten Einigungen deutlich, die Unsicherheit auf Unternehmensseite blieb jedoch bestehen.
Ein weiterer Grund für die negative Marktreaktion war die Befürchtung eines erneuten Anstiegs der Inflation in den USA. In einem solchen Szenario wären die von Investoren erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Tatsächlich erhöhten zahlreiche US-Einzelhändler ihre Preise. Der Einfluss der Zölle auf die Verbraucherpreise hat sich bislang nicht in den offiziellen Inflationsdaten niedergeschlagen, könnte jedoch aufgrund der zeitversetzten Datenveröffentlichung noch sichtbar werden. Die US-Notenbank (Fed) blieb angesichts der unklaren Datenlage in Wartestellung und beließ den Leitzins im zweiten Quartal unverändert. Notenbankchef Jerome Powell betonte, dass weitere Zollanhebungen erheblichen Einfluss auf die Inflation und damit auch auf den geldpolitischen Kurs haben könnten.
Die Konjunktursignale aus den USA blieben gemischt. Zwar ging die Inflation leicht zurück, lag aber weiterhin über dem Zielwert der Fed. Gleichzeitig deuteten schwächere Arbeitsmarktdaten und rückläufige Konsumausgaben auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hin. Der Mai war geprägt von Fortschritten bei den Zollverhandlungen und der Berichtssaison für das erste Quartal. Die Stimmung an den globalen Aktienmärkten hellte sich weiter auf. Die von den Unternehmen veröffentlichten Ergebnisse zeigten überwiegend ein solides Gewinnwachstum. Aktien aus dem Konsumsektor zeigten sich beim Ausblick für das Gesamtjahr vorsichtiger, insbesondere aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich des Effekts der Zölle sowie Produktions- und Logistikkosten. Unternehmen aus den Bereichen Bildung, Abfallwirtschaft und Kommunikation bestätigten ihre positiven Geschäftsaussichten und trugen entsprechend zur Wertentwicklung in unseren Fonds bei. Im letzten Drittel des zweiten Quartals gerieten die globalen Finanzmärkte zunehmend unter den Einfluss geopolitischer Spannungen und innenpolitischer Konflikte in den USA. Im Nahen Osten spitzte sich der Konflikt zwischen Israel und dem Iran weiter zu. Militärische Auseinandersetzungen führten kurzfristig zu einem raschen, wenn auch vorübergehenden, Anstieg der Ölpreise, verbunden mit Inflationssorgen auf Konsumentenseite. In den USA stritten Republikaner und Demokraten über die Details eines von Präsident Trump vorgelegten neuen Steuergesetzes. Der Gesetzesentwurf sieht eine Fortsetzung der Steuersenkungen aus Trumps erster Amtszeit vor, kürzt jedoch gleichzeitig Sozialprogramme und lässt Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien sowie Elektrofahrzeuge, die unter Präsident Biden eingeführt wurden, auslaufen. Es wird erwartet, dass die Staatsverschuldung der USA bei Umsetzung des Gesetzes ein neues Allzeithoch erreichen würde.
Fortlaufende Schwäche des US-Dollars
Zur Dollarschwäche trugen neben den geldpolitischen Rahmenbedingungen auch zunehmende Zweifel an der fiskalischen Nachhaltigkeit und der politischen Handlungsfähigkeit der USA bei. Neben der Unberechenbarkeit der US-Wirtschaftspolitik ist es vor allem die ausufernde Staatsverschuldung, die dazu führt, dass internationale Anleger höhere Renditen verlangen, um US-Staatsanleihen zu kaufen. Bereits im ersten Quartal ließ sich beobachten, wie sich Finanzkapitalströme von den USA nach Europa verlagerten. Die sich ins zweite Quartal fortsetzende Dollarschwäche, insbesondere gegenüber dem Euro, begünstigte eine Fortsetzung dieses Trends. Eine unmittelbare Folge des schwachen US-Dollars ist, dass europäische Investoren mit Engagements im S&P 500 zu Jahresbeginn Währungsverluste erlitten hätten, obwohl der Index in lokaler Währung eine positive Performance erzielte. Im Gegensatz dazu führten Investments in Europa – etwa in die größten 600 börsennotierten Unternehmen im gleichen Zeitraum zu einer positiven Euro Rendite.
Der aufwertende Euro macht Kapitalanlagen in Europa für ausländische Investoren attraktiver. Umgekehrt werden Investitionen in US-Dollar für europäische Anleger aufgrund von Währungsverlusten zunehmend unattraktiv.
Andererseits bleibt die USA der größte Kapitalmarkt der Welt und Heimat vieler innovativer Unternehmen. Kein einfaches Szenario für Investoren. Nachdem wir im ersten Quartal bereits eine Umschichtung von US- Assets nach Europa vorgenommen hatten, bestand im zweiten Quartal wenig Anpassungsbedarf bei der Länderallokation. Alle Fonds weiteten im zweiten Quartal ihre Positionen in anderen Weltregionen, vor allem Asien und Südamerika aus. Die Gewichtung europäischer Aktien in unseren Fonds blieb weitgehend stabil, während wir selektive Opportunitäten im US-Markt wahrnahmen.
Profiteure der US-Dollar Abwertung sind Schwellenländer. Ein schwächerer Dollar reduziert zum einen die Finanzierungskosten für in USD denominierte Schulden. Zum anderen werden Schwellenländer Investments für US-Anleger attraktiver, was zu Kapitalzuflüssen führt. Schwellenländer profitieren zusätzlich, wenn ihre lokalen Währungen aufwerten, da sie für Importe aus Industrieländern weniger zahlen müssen, was tendenziell die reale Kaufkraft stärkt. Insgesamt ergibt sich daraus ein unterstützendes Umfeld für Schwellenländeraktien.
Marktsegmente
Im zweiten Quartal setzen sich Trends aus dem ersten Quartal weiter fort. Wie im ersten Quartal entwickelten sich Value Aktien besser als Growth Aktien.
Der Grund dafür sind die günstigeren Bewertungen von Value-Aktien sowie eine zunehmende Rotation hin zu zyklischeren Geschäftsmodellen. Wesentliche Indextreiber im Value-Segment sind neben Rüstungsaktien vor allem Finanzwerte sowie Energieversorger, da diese häufig günstiger bewertet sind und stabile Cashflows sowie Dividenden bieten. Diese Sektoren sind in unseren Fonds aufgrund von Nachhaltigkeitskriterien entweder vollständig ausgeschlossen oder machen nur einen sehr kleinen Teil der investierbaren Unternehmen aus. Am amerikanischen Aktienmarkt entwickelten sich große Unternehmen, angeführt von den großen Technologiekonzernen, besser als kleinere und mittlere Gesellschaften. Dies ist unter anderem auf das anhaltend hohe Zinsniveau sowie den erhöhten Refinanzierungsbedarf von Small- und Mid-Cap Unternehmen in den USA zurückzuführen. Edelmetalle, insbesondere Gold und Kupfer, konnten aufgrund geopolitischer Unsicherheiten, der USD Schwäche sowie einer hohen Nachfrage aus Asien Kursgewinne verzeichnen.
Ausblick für das zweite Halbjahr
Das zweite Halbjahr bleibt geprägt von hoher Unsicherheit, aber auch von selektiven Chancen. Die Entwicklung geopolitischer Spannungen, die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank sowie mögliche Fortschritte bei internationalen Handelsabkommen werden entscheidend für die Marktstimmung sein. Aufgrund anhaltend rückläufiger Inflation erwarten wir eine zunehmende Unterstützung der Aktienmärkte durch geldpolitische Lockerungen in der Zukunft. Wir halten daher an einer breit diversifizierten Allokation fest. In einem volatilen Umfeld bleiben Unternehmen mit solider Bilanz, stabilen Cashflows und resilientem Geschäftsmodell bevorzugt.



