EXTRABLATT FÜNDIG GEWORDEN 1. HJ 2026: ÖKOWORLD auf der Suche nach zukunftsfähigen Unternehmen

In unserem EXTRABLATT „FÜNDIG GEWORDEN“ möchten wir Ihnen zeigen, wie wir Unternehmen mit zukunftsfähigen Geschäftsmodellen und Prozessen für unsere Fonds finden und analysieren. Wir stellen eine Auswahl von sieben Unternehmen vor, die wir im vergangenen Halbjahr nach umfassender Nachhaltigkeitsprüfung neu in die Anlageuniversen aufgenommen haben.

Darüber hinaus möchten wir Ihnen unseren neuen Fonds ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION vorstellen, der im April 2026 neu aufgelegt wurde. Einer der größten Hebel für die Transformation hin zu Dekarbonisierung und Klimaneutralität liegt in Sektoren, in denen Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbrauch strukturell bedingt hoch sind, deren Produkte und Erzeugnisse jedoch notwendig sind. Anlageschwerpunkte sind Unternehmen, die einen Beitrag zur Transformation der Wirtschaft leisten und einen klaren Klima-Transformationspfad haben. Strenge Ausschlusskriterien (Bsp. Waffen und Atomenergie) sowie eine konsequente Kontroversen-Überwachung – besonders kritische Branchen – stellen sicher, dass der Fonds auch im Transformationskontext einen ganzheitlichen nachhaltigen Ansatz beibehält.

Unternehmen, die unsere strengen ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien nicht mehr erfüllen, werden konsequent aus unseren Anlageuniversen ausgeschlossen. Auch darüber informieren wir Sie wie gewohnt transparent.

Neue Unternehmen im Anlageuniversum

1. Halbjahr 2026

Bildung

Investition in die Fachkräfte von morgen

Bildung ist ein entscheidender Faktor für die berufliche Qualifikation und trägt dazu bei, dem Fachkräftemangel in vielen Branchen entgegenzuwirken. Besonders praxisnahe Aus- und Weiterbildungsangebote verbessern die Beschäftigungschancen und erleichtern den Einstieg in zukunftsrelevante Berufsfelder.

Der US-amerikanische Bildungsanbieter LINCOLN EDUCATIONAL SERVICES (LINCOLN) betreibt Bildungseinrichtungen für die postsekundäre Berufsausbildung und bietet standardisierte Programme mit Diplomen und Zertifikaten an. Die Schwerpunkte liegen in technischen, handwerklichen, medizinischen und IT-Berufen. Durch enge Kooperationen mit Unternehmen orientieren sich die Ausbildungsinhalte an den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Präsenz- und Onlineunterricht werden kombiniert und erhöhen die Flexibilität für Studierende.

LINCOLN integriert zudem ökologische Nachhaltigkeitsaspekte in seine eigenen Geschäftsprozesse. Das Unternehmen arbeitet an der Verbesserung der Energieeffizienz seiner Campus- und Verwaltungsgebäude und berücksichtigt Umweltaspekte im operativen Betrieb. Auch Zulieferer werden verpflichtet, die Unternehmensrichtlinien, insbesondere zu Menschenrechten und ethischem Verhalten, einzuhalten.

Nachhaltiger Konsum und Gesundheit

Bewusste Ernährung und Selbstversorgung

Nachhaltigkeit, bewusste Ernährung und hohe Lebensqualität sind eng miteinander verbunden. Produkte, die gesunde Gewohnheiten fördern und gleichzeitig langlebig, reparierbar und ressourcenschonend sind, können einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.

Vor diesem Hintergrund ist das finnische Unternehmen FISKARS positioniert. Der Hersteller von Porzellan, Glaswaren, Küchenutensilien und Produkten für den Gartenbau erzielt rund die Hälfte seiner Umsätze in Europa und vertreibt seine Produkte weltweit. Das Markenportfolio umfasst hochwertige Design- und Lifestylemarken sowie Produkte für Küche, Haushalt und Garten – darunter Messer, Scheren, Kochgeschirr und Gartengeräte. Die Produkte fördern Selbstversorgung, die Beschäftigung mit der Natur als auch eine gesunde und kostengünstige Ernährung. Damit trägt FISKARS zur Förderung eines bewussten Lebensstils und zudem zur Bewahrung des Kochens als Kulturgut bei.

Im Rahmen eines Engagementbesuchs hat das Nachhaltigkeitsresearch der ÖKOWORLD FISKARS Ende 2024 auch persönlich getroffen. Dabei wurde nochmals deutlich, dass das Unternehmen seinen umfassenden Ökodesign-Ansatz mit Fokus auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingmaterialien und Kreislauffähigkeit konsequent vorantreibt. Bis 2030 soll der Anteil zirkulärer Produktlösungen von aktuell 26 % auf 50 % steigen; zudem werden sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS) bis Ende 2026 vollständig aus allen Produkten ausgeschlossen. FISKARS verfolgt wissenschaftsbasierte Klimaziele und unterstützt auch seine Zulieferer bei der Etablierung entsprechender Ziele.

Information & Kommunikation

Energieeffiziente Technologien für eine vernetzte Welt

Die zunehmende Digitalisierung und Elektrifizierung verändern die Anforderungen an moderne Technologien grundlegend. Leistungsfähige elektronische Komponenten sind eine zentrale Voraussetzung für energieeffiziente Geräte, intelligente Mobilität und eine zuverlässige digitale Infrastruktur. Unternehmen, die mit innovativen Lösungen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Effizienz elektronischer Systeme beitragen, spielen daher eine wichtige Rolle bei der technologischen Transformation.

Das südkoreanische Unternehmen SAMSUNG ELECTRO-MECHANICS entwickelt und produziert passive elektronische Bauteile für Anwendungen in IT, Industrie, Netzwerkinfrastruktur und Elektromobilität. Die Produkte tragen zu einer höheren Effizienz elektronischer Systeme bei. Das Unternehmen führt lebenszyklusbasierte CO₂-Analysen durch, verfolgt ein umweltorientiertes Beschaffungssystem und erfüllt internationale Umweltstandards. Das Umwelt- und Energiemanagement ist nach ISO 14001 bzw. ISO 50001 zertifiziert. SAMSUNG ELECTRO-MECHANICS verfolgt zudem Ziele zur Reduktion der Scope-1- und -2-Emissionen sowie zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Stromverbrauch.

Finanzdienstleistungen

Digitale Lösungen für finanzielle Inklusion

Der Zugang zu sicheren und bezahlbaren Finanzdienstleistungen ist ein wichtiger Faktor für wirtschaftliche Teilhabe und soziale Entwicklung. Insbesondere auch in Entwicklungs- und Schwellenländern tragen digitale Bankangebote dazu bei, bislang unterversorgte Bevölkerungsgruppen und kleine Unternehmen in das formelle Finanzsystem zu integrieren.

Die app-basierte indonesische Digitalbank PT SUPER BANK INDONESIA (SUPERBANK) bietet Privatkund:innen sowie Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen Zahlungsverkehr, Sparprodukte und Kredite an. Durch ihr digitales Geschäftsmodell mit wenigen Filialen erreicht das Unternehmen Kundengruppen, die bislang nur eingeschränkten Zugang zu klassischen Bankdienstleistungen hatten. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Förderung von Frauen und Unternehmerinnen sowie auf grünen Finanzierungen, etwa für Elektromobilität.

SUPERBANK setzt auf Digitalisierung und fördert finanzielle Bildung und Inklusion. Hohe Sicherheitsstandards schützen die digitalen Angebote. Der papierlose Betrieb und der Einsatz von Cloud-Technologien unterstützen eine ressourcenschonende Geschäftstätigkeit. ESG-Grundsätze werden auch in der Lieferkette berücksichtigt: Zulieferer müssen Anforderungen zu Geschäftsethik, Umwelt- und Gesundheitsstandards erfüllen.

Nachhaltiger Transport

Moderne Schifffahrt für globale Lieferketten

Der Großteil der weltweit gehandelten Güter wird in Containern auf Schiffen transportiert – sie verbinden internationale Produktionsstandorte und Absatzmärkte und bilden die Grundlage des globalen Warenhandels. Zwar verursacht der Seetransport deutlich geringere CO₂-Emissionen als die Luft- oder Straßenfracht, muss seine Umwelt- und Klimawirkungen aber kontinuierlich weiter reduzieren.

Genau hier setzt das griechische Unternehmen DANAOS an. Das Unternehmen besitzt und betreibt Containerschiffe aller Größenklassen sowie Schüttgutfrachter. Rund 92 % des Umsatzes entfällt auf das Containerschiffgeschäft. Die Flotte wird kontinuierlich modernisiert und durch Neubauten erweitert, die den neusten internationalen Umweltstandards entsprechen. Das Unternehmen arbeitet stetig an der Dekarbonisierung seiner Flotte und bereitet den Einsatz alternativer Kraftstoffe wie klimaneutrales Methanol und Ammoniak vor. Ziel ist es, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Darüber hinaus hat DANAOS den UN Global Compact unterzeichnet und verankert ESG-Kriterien sowohl in den eigenen Geschäftsaktivitäten als auch in der Lieferkette, indem Zulieferer entsprechend bewertet und über den Supplier Code of Conduct zur Einhaltung internationaler Standards verpflichtet werden.

Spezialmaterialien

Einsatz für Energiewende und Medizintechnik

Innovative Werkstoffe sind eine wesentliche Voraussetzung für die Energiewende, die Digitalisierung und eine moderne Gesundheitsversorgung. Sie ermöglichen leistungsfähige Solarmodule, eine zuverlässige Satellitenkommunikation und bildgebende Diagnostik.

Das kanadische Unternehmen 5N PLUS entwickelt und produziert hochreine Spezialmaterialien für diese Anwendungen. Rund 70 % des Umsatzes entfällt auf Halbleitermaterialien für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie. Darüber hinaus liefert das Unternehmen Spezialmaterialien für Detektor- und Sensortechnologien, die unter anderem in der medizinischen Bildgebung eingesetzt werden. Zudem stellt das Unternehmen hocheffiziente Mehrfachsolarzellen für die Energieversorgung von Satelliten her. Im Rahmen seines Ökodesign-Ansatzes analysiert 5N PLUS den CO₂-Fußabdruck seiner Produkte und verfolgt das Ziel, den Einsatz von Sekundärrohstoffen weiter zu erhöhen. Darüber hinaus erfüllen die Produkte internationale Chemikalienanforderungen wie REACH und die regulatorischen Vorgaben zu PFAS. Das Lieferkettenmanagement basiert auf einem Human Rights Statement, das sich an internationalen Standards orientiert.

ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION

Dekarbonisierung der Industrie

Grüner Stahl

Die Stahlindustrie verursacht 7-8 % der globalen CO₂-Emissionen und spielt damit eine Schlüsselrolle für die Energiewende. Stahl wird in zahlreichen Bereichen wie erneuerbare Energien, Stromnetze oder im Verkehr benötigt und lässt sich beliebig recyceln.

Bei einem Engagementbesuch im April 2026 konnte sich das Nachhaltigkeitsresearch der ÖKOWORLD am Hauptstandort vom deutschen Stahlhersteller SALZGITTER ein umfassendes Bild von den Arbeiten am Transformationsprojekt SALCOS® machen. Das Unternehmen investiert dort in den Ersatz der klassischen Hochofenroute mit Kohle durch Direktreduktion. Langfristig soll dort grüner Wasserstoff zum Einsatz kommen, zunächst ist auch Erdgas vorgesehen. Zukünftig lassen sich dadurch bis zu 95 % der heutigen CO₂-Emissionen der Stahlproduktion am Standort in Salzgitter vermeiden. Dafür baut SALZGITTER bereits heute eine eigene Wasserstoffinfrastruktur auf.

Für den ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION Fonds ist SALZGITTER damit ein wegweisender Pionier für eine glaubwürdige Transformation in einer besonders emissionsintensiven Industrie.

Mehr Informationen zum ÖKOWORLD Global Transition Fonds finden Sie hier.

Ausgeschlossene Unternehmen

Im ersten Halbjahr 2026 haben wir im Rahmen unserer Analysen einige Unternehmen aus unseren Anlageuniversen ausgeschlossen.
 

UnternehmenLandKurzbeschreibungAusschlussgrund
ACCOR SAFrankreichGlobal agierender Hotelbetreiber, div. Brands (z.B. Novotel, Mercure, Sofitel, Ibis)Vorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen – Zwangsarbeit
T-Mobile USUSAMobilfunk-Telekomdienstleister in den USA, Tochter von Deutsche TelekomKontroversen im Governance Bereich u. a. betr. Datenschutzund Sicherheit, sowie Verbraucherschutz
Hugo BossDeutschlandDesigner und Hersteller von Kleidung, Schuhen und LederwarenVorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen – Zwangsarbeit
Interpump GroupItalienAnbieter für industriell genutzte Hochdruck-Wasserpumpen und HydraulikpumpenDienstleistungen und Produkte für den Atomkraftsektor
IPG PhotonicsUSAHersteller von Faser-basierten Lasersystemen und entsprechender KomponentenKernkomponenten für Waffensysteme

Schon gewusst?

Anlageuniversum vs. Portfolio

Der Unterschied zwischen dem Anlageuniversum und dem Portfolio der ÖKOWORLD-Fonds wird besonders gut anhand des getrennten Investmentansatzes der ÖKOWORLD deutlich. Im Anlageuniversum der ÖKOWORLD befinden sich alle Unternehmen, die das hauseigene Nachhaltigkeitsresearch entsprechend der ökologischen, ethischen und sozialen Kriterien der ÖKOWORLD analysiert und für geeignet befunden hat. Für den Fonds ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC entscheidet zusätzlich ein externer und unabhängiger Anlageausschuss über die Aufnahme von Unternehmen in das Anlageuniversum.

Welche Unternehmen ins Portfolio der einzelnen ÖKOWORLD-Fonds gelangen, entscheidet das Portfoliomanagement auf Grundlage von Fundamentalanalyse und gezieltem Stockpicking. Das Portfoliomanagement darf dabei ausschließlich in die Unternehmen investieren, die vorab von dem Nachhaltigkeitsresearch bzw. dem Anlageausschuss ins Anlageuniversum aufgenommen wurden.

Investmentprozess

Bei ÖKOWORLD folgt nachhaltiges Investieren einem klaren System: Nachhaltigkeitsresearch, Portfoliomanagement und aktives Engagement greifen ineinander – in jedem Schritt durch KI unterstützt, die finale Entscheidung liegt immer beim Menschen.

Nachhaltigkeit sicherstellen: Das unabhängige Nachhaltigkeitsresearch prüft Unternehmen anhand strenger sozialer, ethischer und ökologischer Kriterien – vollständig getrennt vom Portfoliomanagement. Nur wer diese Prüfung besteht, kommt ins Anlageuniversum. KI unterstützt die Datenvalidierung und erweitert die Abdeckung.

Rendite fokussieren: Das Portfoliomanagement screent kontinuierlich die Aktienmärkte und betreibt gezieltes Stockpicking – ausschließlich innerhalb des zugelassenen Anlageuniversums. Fünf Analyseebenen bilden die Grundlage jeder Entscheidung. KI erkennt Momentum und Risikokonzentrationen früher als der Markt.

Aktiv engagieren: ÖKOWORLD tritt in den direkten Dialog mit Unternehmen, fordert Fortschritte im Nachhaltigkeitsbreich ein und nutzt Stimmrechte auf Hauptversammlungen weltweit. KI hilft, Engagementthemen systematisch zu identifizieren und Fortschritte zu verfolgen.

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