Quartalsbericht Portfoliomanagement 3. Quartal 2025

Rückblick in das dritte Quartal

Die positive Entwicklung, die wir seit dem Tiefpunkt im April im zweiten Quartal gesehen haben, setzte sich in den letzten drei Monaten fort. Zu Beginn des zweiten Halbjahrs entschärfte sich der Zollkonflikt zwischen den USA und seinen wichtigsten Handelspartnern. Auslaufende Fristen für eine Einigung wurden verlängert, was zu einer Erleichterung an den für unsere Fonds relevanten Aktienmärkten führte. Ende Juli erzielten die USA und die Europäische Union eine weitreichende Einigung über künftige Zölle.

Die Berichtssaison für das abgelaufene zweite Quartal verlief besser als im Vorfeld von Marktteilnehmern erwartet. Die meisten Unternehmen konnten die Schätzungen übertreffen und deutliches Gewinnwachstum berichten. Positive Ergebnisse gab es vor allem aus den Sektoren Kommunikations- und Informationstechnologie.

Geopolitische Ereignisse wie der nicht endende militärische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der Konflikt im mittleren Osten und aufkommende soziale Unruhe in mehreren asiatischen Ländern hatten keinen bleibenden Effekt auf die positiven Entwicklungen am Finanzmarkt im abgelaufenen Quartal. Der Konflikt um Technologieexporte amerikanischer und europäischer Halbleiterfirmen nach China, welche dort den KI-Ausbau vorantreiben, spitzte sich in den vergangenen Monaten weiter zu. Die chinesische Regierung fördert zunehmend eigene chinesische Lösungen und rät chinesischen Technologieunternehmen, Käufe amerikanischer Hardware zu vermeiden, wo möglich. Diese Entwicklung und starke finanzielle Unterstützung für die lokale Halbleiterindustrie führten zu einer positiven Kursentwicklung von Technologieaktien in Hong Kong und Festland-China. Gleichzeitig berichteten chinesische Unternehmen von technologischen Fortschritten, welche die zukünftige Unabhängigkeit von Exporten vorantreibt. Auch das Thema humanoide Roboter gewinnt in Asien zunehmend an Bedeutung. Amerikanische Unternehmen setzen ihre hohen Investitionen in den Ausbau von KI-Infrastruktur ungebremst fort. Eine noch im ersten Quartal befürchtete Rezession bei Kapitalausgaben ist nicht beobachtbar. Die Investitionen chinesischer staatsnaher Unternehmen und amerikanischer Technologiekonzerne sind in den vergangenen Monaten weiter angestiegen. Ebenfalls positiv entwickelten sich investierte chinesische Arzneimittelhersteller, die von einem verbesserten regulatorischen Umfeld und Expansionsmöglichkeiten ins Ausland profitieren konnten.

Während China durch Staatsausgaben die Wirtschaft stimuliert, zeigt sich die US-Volkswirtschaft weiterhin robust. Die Inflation bleibt zwar über dem Zielwert der US-Zentralbank FED von 2 %. Ein deutlicher Anstieg der Konsumentenpreise in Folge der Handelszölle blieb jedoch bis dahin aus. Die Dynamik am US-Arbeitsmarkt hat sich im dritten Quartal abgeschwächt. Anfang September senkte die FED die Zinsen um 25 Basispunkte, um einer Abschwächung des Arbeitsmarkts vorzubeugen. Die sinkenden Zinsen sind ein positives Signal für Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen im zweiten Halbjahr.
 

US-Dollar-Schwäche setzt sich im zweiten Quartal nicht fort

Die relative Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro und anderen Währungen von Industrieländern, welche wir im ersten Halbjahr beobachten konnten, setze sich nicht in dem Maße fort. Vielmehr beendete der US-Dollar das zweite Quartal nahezu unverändert gegenüber den G-10 Währungen, einem Warenkorb mit den wichtigsten Industrieländerwährungen.

Gegenüber den meisten für uns relevanten Schwellenländerwährungen wertete der US-Dollar im zweiten Quartal ab. Aktienmärkte rohstoffreicher Schwellenländer wie Brasilien und Südafrika profitierten zu Beginn des zweiten Halbjahres von dieser Entwicklung. Wenn der US-Dollar schwächer wird, sinkt für ausländische Käufer der Preis von Rohstoffen wie Metallen oder Agrarprodukten, weil diese Waren günstiger in lokalen Währungen werden. Das steigert die globale Nachfrage und ermöglicht höheren Umsatz und größere Gewinne für die rohstoffexportierenden Schwellenländer. Gleichzeitig profitieren Schwellenländer und dort ansässige Unternehmen von finanzieller Entlastung bei Schulden, die in US-Dollar denominiert sind. Auch das Risiko von importierter Inflation nimmt für Schwellenländer ab, was wiederum den lokalen Konsum begünstigt, und Inflationsrisiken senkt. Desweiten werden Investitionen in Schwellenländer für US-Anleger attraktiver, was zu zusätzlichen Kapitalzuflüssen führt. Insgesamt ein sehr positives Szenario für Schwellenländeraktien. Positive Kursentwicklung von investierten Werten in Brasilien, Chile und Südafrika spiegelten diese Entwicklung im zweiten Quartal wider.

Comeback des US-Aktienmarkts

Im ersten Halbjahr profitierte der europäische Aktienmarkt von der US-Dollar-Abwertung ggü. dem Euro und einer Diversifizierung der Marktteilnehmer in anderen Regionen der Welt. Im zweiten Quartal kehrte sich dieser Trend zu einem gewissen Grad um. Die Investitionen im Technologiesektor rund um den Ausbau und die Implementierung von künstlicher Intelligenz begünstigen vor allem große amerikanische Technologiekonzerne; dazu kommt der Ausbau der Energieinfrastruktur, um den steigenden Energiebedarf zu decken. Der US-amerikanische Aktienmarkt prosperierte und zeigte im dritten Quartal vor allen in den Segmenten Informationstechnologie, alternative Energie und Energiespeichertechnologie eine positive Entwicklung. Internationale Investoren weiteten ihre Investitionen im dritten Quartal aus. Laut Daten des BEA (Burea of Economic Analysis) erreichte der Anteil an ausländischer Allokation in US-Vermögenswerten im dritten Quartal einen historischen Höchststand. Investitionen in Bloom Energy, ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) spezialisiert hat, profitierten im Quartal davon. Ebenfalls positiv entwickelten sich Aktien des US-Unternehmens Broadcom. Broadcom erfährt im Rahmen des Ausbaus von KI-Infrastruktur eine erhöhte Nachfrage nach seinen Produkten.
 

Ausblick für das zweite Halbjahr

Der positive Beginn des zweiten Halbjahres lässt uns optimistisch in das vierte Quartal blicken. Unsicherheiten hinsichtlich der Ausrichtung der künftigen Geld- und Handelspolitik der USA bleiben bestehen. Die für unsere Fonds relevanten Aktienmärkten erfahren jedoch anhaltend starken Rückenwind. Der Ausbau der KI-Infrastruktur führt zu hohen Investitionen, in Datenzentren aber auch im Bereich alternative Energien. Der gegenüber Schwellenländern schwache US-Dollar bringt positive Effekte für rohstoffreiche Schwellenländeraktien mit sich. Aktien in China, Hong Kong und Taiwan profitieren von hohen Investitionen in den Technologiebereich. Erwartete Zinssenkungen in den kommenden Quartalen führen zu positiven Aussichten für kleine und mittlere Unternehmen.